openMod.sh

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    Laufzeit:

    01.10.2014 bis 31.03.2017

    Fachbereich:

    Systemintegration

    Verantwortliche/r:

    Mitarbeiter:

    Günther, Stephan; Hilpert, Simon

    In Kooperation mit:

    ARGE Netz GmbH & Co. KG, Breklum, IHK Schleswig-Holstein

    Finanzierung:

    EKSH, ARGE Netz GmbH & Co. KG, IHK SH

    Das Voranschreiten der Energiewende führt dazu, dass Stromerzeugungsanlagen anstatt unmittelbar in Nähe der Verbraucherzentren, vermehrt an Orten mit den besten Standortbedingungen für die jeweiligen Anlagen vorzufinden sind. Darüber hinaus fallen mit zunehmender Einspeisung dargebotsabhängiger erneuerbarer Energie Verbrauch und Erzeugung zeitlich auseinander, wodurch neue Anforderungen an das System gestellt werden.

    Aufgrund der besonderen geografischen Lage und regionalen Strukturen wurden schon 2011 in Schleswig-Holstein rechnerisch ca. 72 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt (in 2012 ca. 89 %, Statistikamt Nord). Daher lassen sich Analysen bezüglich zukünftiger Energiesysteme mit einem sehr hohen Anteil EE, bei dem Verbrauch und Erzeugung aufeinander abgestimmt werden müssen, bereits heute am Beispiel Schleswig-Holsteins durchführen. Schleswig-Holstein kann damit schon zum heutigen Zeitpunkt als Blaupause für künftige regenerative Energiesysteme fungieren.

    Ziel des Projektes, war es ein quelloffenes Energie-Modell (openMod.sh) für Schleswig-Holstein zu entwickeln, das die Sektoren Strom, Wärme und Gas berücksichtigt. Hierzu gehört die Simulation der Einspeisung der dargebotsabhängigen Stromerzeugungsanlagen (Wind, PV und Laufwasser) und der strompreis- und wärmeabhängigen flexiblen Erzeugungsanlagen (Kraftwerke, KWK-Anlagen). Durch die hohe geographische Auflösung kann ebenfalls die Nutzung der Netzinfrastuktur (Strom, Wärme, Gas) modelliert werden. Dabei können grundsätzlich alle landesweiten Anlagen oder auch nur eine Auswahl betrachtet werden um mögliche Entwicklungspfade des Systems zu modellieren und zu vergleichen. Es können neben verschiedenen Ausbaupfaden auch neue Technologien (Power-to-Heat, Power-to-Gas, Speicher, smarte Betriebsmittel) berücksichtigt werden. Insbesondere die ganzheitliche Betrachtung des Strom-, Wärme- und Gassektors überwindet einige Versäumnisse der Energiewende-Forschung der letzten Jahre.

    openMod.sh baut nur auf frei verfügbarer Software und Daten auf (Open Source / Open Data) und wurde nach seiner Fertigstellung ebenfalls mit einer Copyleft-Lizenz veröffentlicht werden. Dies ermöglicht anderen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen ein sektor-übergreifendes Modell zu nutzen und bei Bedarf weiterzuentwickeln. Dabei ist die ganzheitliche Betrachtung des Energiebereichs notwendig um die im Strombereich erfolgreiche Energiewende auch auf andere Sektoren zu übertragen und mögliche Schnittstellen zu nutzen. Weiterhin können verschiedene Geschäftsmodelle für energiebezogene Unternehmen mit dem Modell bewertet werden. Dies beinhaltet neben einer alternativen Nutzung bestehender Anlagen auch die Investitionen in neue Technologien. Zusätzlich bietet openMod.sh die Möglichkeit die Energiewende in Schleswig-Holstein transparenter zu machen und aufschlussreichere Daten als nur bilanzielle Kenngrößen zu produzieren. Dies schafft neben mehr Akzeptanz in der Bevölkerung auch eine fundierte Basis für politische Entscheidungen.

    Der Quellcode ist auf https://github.com/znes/openmod.sh veröffentlicht und wird mittlerweile vom https://www.energiekollektiv.it weiterentwickelt.