Elektrizitätsnetzgekoppelte Fernwärmeversorgung 2020 (ENKF 2020)

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    Laufzeit:

    09.2016 bis 09.2018

    Fachbereich:

    Thermische Anlagen, Systemintegration

    Verantwortliche/r:

    In Kooperation mit:

    Im Zuge des Ausbaus der Nutzung erneuerbarer Energien wurden lange Zeit Elektrizitäts- und Wärmeversorgung getrennt voneinander behandelt. Mit zunehmendem Anteil fluktuierender regenerativer Energien in der Stromerzeugung kommt jedoch auch die Verbindung dieser Versorgungsaufgaben zur Schaffung von Flexibilitätsreserven deutlich stärker in den Blick.

    Die Kraft-Wärme-Kopplung ist eine Technologie, bei der elektrische Energieversorgung und Wärmebereitstellung miteinander verknüpft sind. Eine andere ist die Wärmeversorgung auf Basis elektrischer Energien, beispielsweise mit Elektrodirektheizungen oder Wärmepumpen. Insbesondere in Kombination mit der Speicherung thermischer Energie können diese Technologien über die Wärmeversorgung zusätzliche Freiheitsgrade beim Ausgleich von Angebot und Nachfrage elektrischer Energie schaffen.

    Für die Frage, welchen Beitrag zum Klimaschutz entsprechende Konzepte leisten können, ist entscheidend, ob solche Anlagen gebaut und wie sie betrieben werden. Es ist davon auszugehen, dass für beides die Wirtschaftlichkeit aus Sicht potenzieller Betreiber das entscheidende Kriterium sein wird. 

    Das Ziel des mit dem vorliegenden Antrag zur Förderung vorgeschlagenen Projekts ist es daher, zu untersuchen, unter welchen Umständen welche technischen Konzepte zur elektrizitätsnetzgekoppelten Wärmebereitstellung wirtschaftlich attraktiv sind. 

    Im Rahmen des Projekts sollen die Aspekte

    • Technologie,
    • Wirtschaftlichkeit,
    • Systemrelevanz und 
    • Rahmenbedingungen

    berücksichtigt werden, indem unterschiedliche technische Konzepte in verschiedenen Versorgungsszenarien im Sinne einer betriebswirtschaftlich optimalen Anlagenfahrweise simuliert werden und dabei auch die Steuerungswirkung des regulatorischen Rahmens berücksichtigt wird.

    Als Ergebnis der Forschungsarbeiten ist nicht nur eine Aussage darüber zu erwarten, bei welchen Konzepten eine Umsetzung tatsächlich zu erwarten ist, sondern auch darüber, welche Auswirkungen sich daraus auf das gesamte Versorgungssystem ergeben.

    Für Schleswig-Holstein ist die Untersuchung von Flexibilitätsoptionen in der Energieversorgung deshalb von hoher Bedeutung, weil ohne diese der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien gerade hier schon bald an Grenzen stoßen wird, was für die Weiterentwicklung der daran gekoppelten Wertschöpfung im Land ein erheblicher Nachteil wäre.

    Darüber hinaus besteht die Chance, mit der Identifikation von wirtschaftlich belastbaren Konzepten Wärmeversorger, wie beispielsweise die hier als Projektpartner auftretenden Stadtwerke, einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu lassen.

    Wie schon bei der Windenergie könnte Schleswig-Holstein auch hier von seiner Nähe zu Skandinavien profitieren, indem dort angelegte Konzepte zur zentralen Wärmebereitstellung auf die Bedürfnisse der Energiewende in Deutschland übertragen werden und so die Rolle des Landes als Vorreiter einer nachhaltigen Energieversorgung unterstrichen wird.